Berichte von Schülern


Jan-Moritz, 9 Jahre:

Warum ich unsere Schule mag:

Ich finde es toll, dass ich nicht so weit laufen muss. 

Ich finde es prima, dass kein Lehrerwechsel ist.

Ich finde es gut, dass man nicht abgelenkt wird.

Ich finde es toll, dass man in der Pause mit seinen Spielsachen spielen kann.

 


Julian, 11 Jahre:

Ich finde es gut, dass man soviel Freiheit hat und keine große Klasse. Ich bin froh, dass ich zu Hause unterrichtet werde! Aber mehr Ferien hat man trotzdem nicht.


Maxim, 7 Jahre:

Ich freue mich, dass ich nicht so weit laufen muss.

Ich freue mich, dass ich keinen Schulranzen tragen muss.

 


Jonathan, 13 Jahre:

In meiner Klasse bin nur ich. Da kann ich, ob ich´s gut verstehe oder nicht, schnell oder langsam arbeiten. Und wenn ich am Ende vom Schuljahr noch nicht mit dem Stoff durch bin, mach ich halt im nächsten Jahr weiter, doch meistens ist das Gegenteil der Fall.

Auch verbrauche ich nicht so viel Zeit um in die Schule zu kommen, vom 1.Stock ins Erdgeschoss - 15 Sekunden!


(Name der Redaktion bekannt)

Schon in der Grundschule gab es Probleme mit meiner Lernfähigkeit. Ich war faul, die Lehrer sagten ich sei Legastheniker und schlecht begabt. Man wollte mich in ein Sonderprogramm für Lernbehinderte stecken. Die ganze Affäre darum nahm mir noch mehr die Lust an der Schule und besonders am Lernen. Und schließlich war es in der fünften Klasse nicht mehr auszuhalten. Zusammen mit meinen Eltern entschieden wir, dass ich für unbestimmte Zeit aus der Schule ausscheiden solle. Ich fing an, unter Anleitung meiner Mutter, aus den vorhandenen und allgemein bekannten Lehrmaterial zu lernen. Dabei konnte ich ganz nach meinen Begabungen vorgehen. Naturwissenschaften gehen mir leicht von der Hand, dafür brauchte ich folglich weniger Zeit einplanen als für Englisch, das mir langsamer über die Lippen kommt. Dabei waren keine Lehrzeiten oder Stundenplänen einzuhalten. Wenn ich etwas angefangen hatte, dann beschäftigte ich mich heute mit dieser Materie und morgen mit einer anderen. So kam es vor, dass ich manchmal an einem Vormittag nur zwei oder drei Fächer behandelte, in diesen aber dauerhaft etwas gelernt hatte. Nach und nach arbeitete ich auch immer selbstständiger und unabhängiger von der Aufsicht meiner Eltern. Im vierten Heimschuljahr dann kauften meine Eltern einen Fernstudiengang, der mich zur Mittleren Reife führen sollte. Das Lehrmaterial, das für 3 1/2 Jahre ausgelegt war, arbeitete ich in 10 Monaten durch. Ich erhielt ein Zeugnis von der Fernschule, allerdings nicht die Mittlere Reife. Um diese zu erlangen, hätte ich eine Nichtschülerprüfung vor dem staatlichen Schulamt ablegen müssen. Um mir diese zu ersparen, sprach ich bei der örtlichen Schule vor, die mich aufgrund meiner guten Leistungen sofort aufnahm. Dort erhielt ich als Jahrgangsbester meinen Abschluss. bin in der 11. Klasse. Doch was hatte ich in der Zeit zuhause gelernt, das meinen Mitschülern fehlte? Es ist die Fähigkeit selbstständig zu lernen, und Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Ich bin nicht so schulmüde wie viele meiner Mitschüler. Jeder lernt auf eine andere Weise, und die Eltern wissen am besten, was Jugendliche brauchen. Ich kann als Andersdenkender unter anderen leben, weil ich einen festen Standpunkt habe, von dem aus ich beurteile, gefestigt durch die Zeit zuhause.

Über Erfahrungen an mit Mitschülern möchte ich folgendes sagen:

1. Im laufe der Schulzeit geht das Interesse an einer neuen Sachen verloren. Viele Schüler haben nie entdeckt, dass es Spaß machen kann, sich Wissen zu erarbeiten.

2. Im Laufe der Schulzeit verlernt ein Schüler, Sachen, die in der Schule passieren, zu hinterfragen. Es wird alles so hingenommen. Und wen wundert’s auch? Wie soll ein Jugendlicher, nachdem er 7 Jahre in der Schule war, plötzlich in der 8 Klasse anfangen, dann wenn es um Sexualkunde und Ähnliches geht, sich zur Wehr zu setzen? Die Jahre vorher waren die Eltern auch mit allem zufrieden, was in der Schule geschieht. Warum sollten sie es nicht auch noch nach 8 Jahren sein? Vorgängen werden nicht mehr überprüft.

3. Wenn jemand 10/13 Jahre lang in die Schule gegangen ist, dann kann er nicht einfach nachdem er einen Abschluss erlangt hat, anfangen, selbstständig sein Leben zu planen. Viele Schüler in Schule sind orientierungslos, was Berufliche Laufbahn und Zukunft betrifft.

Unsere heutige Gesellschaft orientiert sich am ‚Mainstream’. Und dieser ist ein Herd für Vorurteile. Man muss sich ständig an neuen Dingen orientieren, und das lässt die Gesellschaft orientierungslos und ziellos werden. Wir als Schüler müssen wieder anfangen mit unseren Eltern nach unseren Rechten zu fragen. Gerade in unserer Jugend brauchen wir die Eltern, um nicht durch Kriminalität und andere äußere Einflüsse aus der Bahn geworfen zu werden. In Art. 6 Absatz 2 des Grundgesetzes heißt es wortwörtlich: ‚Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.’ Habt ihr euch noch nie gefragt, ob die landesrechtliche Schulpflicht nicht vielleicht dem letzten Teil dieses Paragraphen widerspricht? Heutzutage ist es Pflicht zur Schule zu gehen, obwohl im Text steht, dass es Pflicht der Eltern sei, ihre Kinder zu erziehen (Geisteserziehung ist hier inbegriffen). Der Staat hat nur eine Aufsichtsposition, d.h. sicher zu stellen, dass die Eltern ihre Aufgabe erfüllen. Er weiß nicht alles über Bildung. Dem sich zunehmend ausweitenden Desinteresse für Rechte in unserer Gesellschaft müssen wir entgegenwirken.


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Stand: 19. Februar 2006